Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen. Erst recht, wenn man auf Diät ist.

Suppengrünpaste – mein Gewürz-Allroundtalent

Suppengrünpaste – mein Gewürz-Allroundtalent

Seid gegrüßt, liebe Kalorienzähler und solche, die es (nicht) werden wollen,

In Anbetracht der vielen Möglichkeiten, mit denen man sich im Internet und in modernen Kochbüchern, von denen ich wohlweislich kaum welche besitze, konfrontiert sieht, fällt mir immer wieder auf, wie „oldschool“ ich doch in der Küche bin. Man gebe mir ein Schneidbrett und ein scharfes Messer, eine ordentliche Pfanne oder einen großen Topf und dann einfach etwas Zeit und Muse – dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich am Ende mit meinem Werk zufrieden bin, relativ hoch. Die liebe Lisa @run_lift_squat hat mir gerade ein sehr großes Kompliment gemacht, indem sie mein Essen „realistisch“ genannt hat – genau das ist es nämlich, um was ich mich bemühe: alltagstauglich und gesund soll es sein, vor allem aber will ich wissen was drin ist.

Ich kann mich noch erinnern, am Anfang meiner „Kochkarriere“ als ich noch relativ viel mit Pülverchen aus Tütchen am Hut hatte, weil es für mich (wie für viele andere wohl leider auch) unvorstellbar war, einfach selbst verschiedene Gewürze in den Topf zu werfen, war es schon eine Offenbarung für mich, wenn ich „nur“ noch Gemüsebrühe brauchte, den Rest aber selbst aus meinen immer zahlreicher werdenden Gewürzgläschen zusammenstellen konnte. Wie ich aber die Brühe ersetzen sollte, das blieb mir weiterhin ein Rätsel, denn – ihr seht es an meinen Rezepten hier – ob in Suppen oder als Basis für verschiedenste Saucen, zusätzliche Flüssigkeit in Salatdressings etc. pp. ich brauche sie so oft, dass es ohne einfach nicht geht.

Wenn ich in der Küche nicht weiter weiß, dann frage ich – ihr denkt alle, dass jetzt „meine Mama“ kommt, aber da seid ihr ganz falsch ^^ – den Mann, denn der hat, bevor er sich einem Job mit angenehmeren Arbeitszeiten zuwandte, Koch gelernt. Früher hing ich dann an seinen Lippen, heute diskutieren wir fachmännisch, aber seine Großküchen-Tipps sind halt nicht immer hausfrauentauglich, denn er sagte lakonisch, als ich ihm mein Brühe-Problem schilderte „Naja, bei uns mussten die Lehrlinge halt jeden Morgen neue ansetzen.“ Nachdem ich keinen Lehrling auftreiben konnte, der mir jeden Morgen oder zumindest jede Woche neue Brühe kocht und das Gefrierfach definitiv zu klein ist, um darin literweise einzufrieren, musste ich mir etwas anderes überlegen. Durch  Zufall stieß ich irgendwann bei Chefkoch auf die Idee, Suppengrün mit Salz zu pürieren, es so haltbar zu machen und damit ein Allwürzmittel herzustellen, das quasi so flexibel wie das Instant-Pulver ist, aber ganz ohne knallig-gelbe Verpackung und Geschmacksverstärker. Und weil ich gerade wieder einen Jahresvorrat nach meinem persönlichen Hausrezept hergestellt habe, gibt es selbiges natürlich auch für euch:

Suppengrünpaste

Du brauchst für einen Jahresvorrat aka ca. 10 kleine Marmeladengläser:

  • 1 Knollensellerie
  • 4 große Karotten
  • 3-6 Stangen Lauch, je nach Größe
  • 4 mittelgroße weiße Zwiebeln
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1/2 Knolle Knoblauch
  • 1 Töpfchen Petersilie
  • nach Belieben weitere Kräuter wie frischen Thymian, diese Variante halte ich allerdings für die geschmacklich flexibelste und füge die Kräuter lieber den Gerichten separat hinzu
  • 500g Salz
  • Alternativ kannst du das ganze auch erstmal mit einem Bund Suppengrün (Lauch, Karotten, Sellerie)+ 100g Salz + Petersilie + 2 Zehen Knoblauch + 1 Zwiebel probieren – wenn ich damit anfange, dann mache ich es mittlerweile einfach in großen Portionen und das Gewürz hält sich auch wirklich lange!

Die Gläser vorbereiten. Ich nehme dafür in der Spülmaschine gereinigte, mit heißem Wasser nochmals durchgespülte und trockengeriebene Schraubgläser, z.B. von Marmelade, Hausmacher Wurst etc.

Alles Gemüse waschen, den Lauch dazu am besten von einer Seite einschneiden. Zwiebeln, Karotten, Sellerie und Knoblauch schälen. Alles so klein schneiden, dass der Mixer damit keine Probleme hat – das kommt natürlich auch darauf an, was für ein Modell du hast. Mit einem richtigen „Food Processor“ oder einem Thermomix ist die Sache sicher einfacher, als mit einem Zerkleinerungsaufsatz für den Pürierstab, wie ich ihn benutze. 😉

Die Gemüsestücke in eine große Schüssel geben, die Petersilie grob darüber schneiden, das Salz darüber streuen, alles gut vermengen und 5-10 Minuten durchziehen lassen. Dann tritt Wasser aus und das Pürieren geht leichter – so gibt es am Schluss wirklich eine Paste und nicht nur grobes Stückwerk.

Die Mischung nun nach und nach im Mixer pürieren. Dabei darauf achten, dass ihr die gröberen Stücke vom Rand immer nochmal runterschabt und die Masse fein püriert, so müsst ihr euch später nicht z.B. über Selleriestücke im Essen ärgern, die da nichts zu suchen haben. Die fertige Paste in eine große Schüssel geben und am Ende, wenn ihr mit der kompletten Menge durch seid, gut umrühren. Ich mache das immer mit einem Silikon-Teigschaber, das hat gleich zwei positive Effekte: Erstens vermischen sich so die Komponenten noch besser miteinander und zweitens könnt ihr so auch nochmal auf die Suche nachgroben Stücken gehen, die euch vorher durch die Lappen gegangen sind.

Mit einem Esslöffel die Masse in die vorbereiteten Gläser füllen, dabei darauf achten, dass möglichst wenige Luftlöcher entstehen. Vor dem Zuschrauben den Rand gründlich saubermachen, sonst kriegt ihr die Gläser nur schwer wieder auf, und auf die Paste eine Schicht Salz streuen. Diese bindet das Wasser und wird vor der Verwendung abgekratzt. Die Gläser dunkel, trocken und kühl lagern, die Paste hält sich mindestens ein halbes Jahr, auch gerne länger (wenn noch was da ist ^^).

Verwendung: Ich benutze die Paste häufig statt Salz in allerlei Gerichten, um diesen eine „runde Note“ zu verleihen. Wenn ich sie als Ersatz für Gemüsebrühe benutze, dann verwende ich einen gehäuften Teelöffel auf 500ml Wasser, wobei die Dosierung natürlich auch auf das Gericht ankommt – nachlegen ist kein Problem, so lange es noch auf dem Herd steht. Damit sie ihren vollen Geschmack entfaltet, sollte man eine so zubereitete Brühe nicht nur mit heißem Wasser übergießen, sondern nochmal kurz aufkochen lassen.

Du hast das Rezept nachgekocht, ein Foto davon gemacht und es auf Instagram gepostet oder du hast es vor? Ich würde mich extremst freuen, wenn du den Hashtag #kochenmitderdicken verwendest – dann finde ich dein Meisterwerk direkt! 🙂

Lass es dir schmecken! 🙂

❤️💛💚 Alles Liebe 💚💛❤️

Kristina

// @antjekalli //



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